Wir fordern mehr Schutz für Igel!

Der Mähroboter soll nachts in seine Garage!

Aus Verantwortung für den Igel: Der Mähroboter soll nachts in seine Garage!

Schon lange gab es in Roetgen keinen Bürgerantrag mehr. Nun haben Menschen, die sich dem Naturschutz und dabei vor allem dem Igelschutz verschrieben haben, einen Antrag eingereicht. Dabei geht es um das nächtliche Rasenmähen mit dem Mähroboter.
Der Igel, früher ein weit verbreiteter Bewohner unserer Landschaft und unserer Gärten, ist in seinem Bestand gefährdet. Er gehört nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Tierarten. Diese dürfen weder gefangen, noch verletzt oder getötet werden. 

Mähroboter sind eine große Gefahr für den Igel
Nun sind in den letzten Jahren mit den Mährobotern Gartenmaschinen auf den Markt gekommen, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen, leider sehr zum Schaden unserer Igel. Denn die Maschinen können Igel meist nicht als Hindernis erkennen, und die Igel reagieren bei Begegnungen mit dem Gerät nicht mit Flucht, sondern mit Einigeln. Das wird ihnen dann allzu oft zum Verhängnis, denn sie können von den Messern sehr schwer bis tödlich verletzt werden. Werden sie von aufmerksamen Menschen noch lebend gefunden, werden sie zum Tierarzt oder in Igelauffangstationen gebracht, wo man ihnen – vielleicht – noch helfen kann. Sie werden zusammenflickt, gesund gepflegt und anschließend, wenn möglich, wieder ausgewildert. Oft aber verkriechen sich wildlebende Tiere bei schweren Verletzungen auch und sterben unbemerkt. 

Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv
Die schlechte Nachricht ist: Igel sind nachtaktiv und geraten dann mit nachts fahrenden Mährobotern aneinander. Nachts werden verletzte Igel aber auch meistens nicht gefunden. Das macht es schwierig, festzustellen, wie viele Tiere tatsächlich an den Maschinen zu Schaden kommen. Die Igelstationen berichten von steigenden Zahlen verletzter Tiere. Und die Dunkelziffer dürfte enorm sein.
Die gute Nachricht ist: Igel sind nachtaktiv, und Begegnungen mit nachtaktiven Robotern lassen sich ganz einfach vermeiden, indem die Besitzer ihren Roboter umprogrammieren.

Die Lösung ist so einfach! Schickt die Mähroboter nachts in ihre Garage!
Michaela Linzenich ist eine der Igelhelfer*innen hier in Roetgen. Sie ist oft mit dem Leid der verletzten Tiere konfrontiert und möchte etwas unternehmen, damit es gar nicht erst zu solchen fatalen Begegnungen zwischen Tier und Maschine kommt. Darum hat sie sich für diesen Antrag stark gemacht, zusammen mit Bianca Nießen von den Pfadfindern.
Immer mehr Städte, Gemeinden und Landkreise haben bereits mit allgemeinen Verordnungen reagiert, die die Betriebszeiten der Mähroboter auf tagsüber begrenzen, i.d.R. von einer halben Stunde nach Sonnenaufgang bis eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang. Die Antragstellerinnen möchten genau das auch für Roetgen erreichen.

Gegenargumente der Verwaltung? 
Die Verwaltung schlägt vor, jetzt keine Vorschrift zu erlassen. Sie schreibt, es lägen keine Schadensmeldungen vor, noch seien Beschwerden aus der Bürgerschaft eingegangen. Na ja, verletzte Igel werden ja auch nicht  bei der Gemeindeverwaltung abgegeben. Und statt einer Beschwerde ist sogar ein Bürgerantrag eingegangen!
Sie schreibt, dass keine Kapazitäten für die Überwachung vorhanden sind. Ja, das stimmt und das gilt auch für viele andere Vorschriften, die wir trotzdem erlassen haben. Wir sind der Meinung, dass sich die allermeisten Bürger*innen – sofern es klare Regeln gibt – auch daran halten. Und diese Regel ist mit einem unmittelbaren Mehrwert für den Schutz der Igel verknüpft. Man kann sich bei den Formulierungen ja an denen orientieren, die schon Vorreiter sind, die Stadt Köln z.B.

Öffentlichkeitsarbeit für den igelfreundlichen Garten
Die Stadt Köln hat übrigens auch einen guten, umfassenden Infoflyer entwickelt. Öffentlichkeitsarbeit ist auf jeden Fall wichtig bei dem Thema, zumal der Mähroboter nur einen Aspekt im Garten abbildet, der Igeln zu schaffen macht. Der igelfreundliche Garten ist auch in Roetgen noch lange nicht die Regel. Falls die Gemeinde bereit ist, einen Infoflyer zu machen, bieten wir auch gerne unsere Unterstützung an, bei den Inhalten und bei der Verteilung und bei der Akquise von Fördermitteln.

Mitglied bei den „Kommunen für biologische Vielfalt“
Die Gemeinde hat seinerzeit mit ihrem Beitritt zu den „Kommunen für biologische Vielfalt“ eine Erklärung unterzeichnet und sich selbst verpflichtet, die biologische Vielfalt vor Ort gezielt zu stärken. Mit einer Verordnung zum Schutz des Igels könnte den guten Absichten hier auch mal eine konkrete Maßnahme folgen. Wir tragen alle zusammen Verantwortung für unsere Welt, und in diesem besonderen Fall für den Igel.

Christa Heners

 

Zurück