Haushaltsrede 2010

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Grundschulerweiterung

Artikel AVZ 7.5. 2010 Ernst Schneiders

Roetgen. Zufall ist es nicht gewesen, dass Roetgens Grüne genau das Grundstück an der unteren Bundesstraße für ihren Bus-Rendezvous-Platz ausgeguckt haben, der seit wenigen Tagen erneut als Standort für einen Aldi-Markt diskutiert wird.

Allerdings sollte man den Grünen bei ihrer Standortwahl nichts Bösartiges unterstellen, denn, so Ratsfrau Christa Heners, «es gibt im Ort keinen anderen, geeigneten Standort, an dem ein solches Projekt verwirklicht werden könnte». 

Das wird auch von der Gemeindeverwaltung im Prinzip bestätigt, denn Dirk Meyer vom Bauamt hat gemeinsam mit dem Ordnungsamt in der Vergangenheit alle möglichen Stellen im Ort abgeklappert, ohne ein alternatives Terrain zu finden, das den Erfordernissen nur annähernd entsprechen würde.

Der Zeitpunkt des Grünen-Antrages ist auch kein Zufall, räumt Christa Heners. Nachdem die Grünen in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung wegen ihres Ansinnens «etwas lächerlich gemacht» worden seien, wollte die Fraktion jetzt beweisen, dass der Plan an dieser Stelle umgesetzt werden kann.

Der Öffentliche Personen-Nahverkehr, kurz ÖPNV, ist eines der originären Grünen-Themen. Die Ratsfraktion will mit ihrem Antrag den Nahverkehr effizienter und kostengünstiger gestalten. Auf einem Rendezvous-Platz soll deshalb künftig das Gefährt gewechselt werden. Für die langen und für viele Eifelstraßen ziemlich ungeeigneten Gelenkbusse aus Aachen ist in Roetgen dann Endstation. Weil in Roetgen ohnehin die meisten Fahrgäste aussteigen, ist es nach Einschätzung der Grünen ausreichend, wenn auf dem weiteren Weg in die Eifel kleinere Busse eingesetzt werden. 

Standort «nahezu ideal»

Der Platz, so Christa Heners, ist für mehrere große Busse ausreichend, die Radien passen nach Berechnungen der Fraktion auch, das Grundstück sei für die großen Fahrzeuge «nahezu ideal», und, was den Grünen wichtig ist, die Grünfläche zur Offermannstraße hin bleibt unangetastet. Der Lärmschutz für die seitlich angrenzenden Häuser könne, so Christa Heners, durch Gabionenmauern gewährleistet werden. Das sind mit Steinen gefüllte Drahtkästen, die gestapelt werden. Richtung Offermannstraße schwebt den Grünen ein Lärmschutzwall vor, der begrünt werden soll.

«Nicht höchste Priorität»

Die Grünen wollen sich indes nicht mit fremden Federn schmücken und räumen ein, dass diese Idee nicht auf ihrem Mist gewachsen ist, sondern ein Anliegen von Regional-Verkehr Euregio (RVE). Das bestätigte Aachens RVE-Leiter Karlheinz Huppertz. 

Bereits im August 2009 sei das Nahverkehrsunternehmen an die Roetgener Gemeindeverwaltung mit der Bitte herangetreten, einen geeigneten Standort zur Verfügung zu stellen. Bisher habe man aus dem Rathaus keine Silbe zu dem Thema vernommen. Das sei wohl noch in der Prüfung. 

Ja und nein, wie Dirk Meyer vom Bauamt der Gemeinde erläuterte. Das Projekt Bus-Rendezvous-Platz sei in die Entwicklungsstudie für die B258 eingebettet worden, habe als isoliertes Thema im Rathaus allerdings «nicht die höchste Priorität» genossen. Im Rahmen dieser Entwicklungsstudie habe man intensiv nach alternativen Standorten Ausschau gehalten, jedoch nicht wirklich einen geeigneten gefunden: «Ich kann keinen anbieten.» Es sei denn, so Meyer, man greife auf das ehemalige Bahnhofsgelände auf belgischem Staatsgebiet zurück. 

Mit dem Antrag der Grünen werde das Thema auch für die Verwaltung wieder intensiv aufs Tapet kommen, wobei Meyer auf den geltenden Beschluss verweist, auf dem in Frage kommenden Grundstück zunächst die mögliche Ansiedlung eines Adli-Marktes zu prüfen. Sollte dieses Projekt dort scheitern, könne man das Thema Bus-Rendezvous-Platz anpacken.

«Kein Widerstand»

An der Notwendigkeit lässt Karlheinz Huppertz von der RVE keinen Zweifel: Täglich von montags bis freitags fahren 130 Busse Roetgen an. «Am schlimmsten», so Huppertz, sei es morgens zwischen zehn vor und zwanzig nach sieben. «In dieser Zeit quälen sich 14 Busse, davon sieben Gelenkbusse, durch das Nadelöhr.»

Für die Grünen ein Grund mehr, die Situation im Ort zu entschärfen. Deshalb fordern sie, die Möglichkeit eines Busbahnhofs vor der weiteren Planung «für eine fragwürdige Aldi-Ansiedlung» prüfen zu lassen. Sollte sich das Grundstück letzte Endes als nicht geeignet erweisen, «muss die Gemeinde nach Alternativen suchen». In einem Punkt sind die Grünen ohnehin überzeugt, einen Treffer gelandet zu haben, denn, so Christa Heners, nach Gesprächen mit inzwischen «etlichen Anwohnern» sei im Gegensatz zur Aldi-Ansiedlung «kein Widerstand zu erwarten». 

Allerdings stehen die Grünen mit ihrem Plan noch allein auf weiter Flur. Selbst, wenn sich die CDU auf ihre Seite schlagen sollte, müsse man zur Kenntnis nehmen, «dass es in Roetgen inzwischen eine andere Mehrheit gibt, auch wenn die das ständig bestreitet».

Die ALDI-UWG an der Faulenbruchstr........

Foto Peter Stollewerk

am Eifelturm??

Roetgen: Geplanter Aldi-Standort an der Bundesstr. erregt Anwohner

Von Helga Giesen | 23.04.2010, 16:10

Roetgen. «Wir als betroffene Anwohner können nur den Kopf schütteln», schimpft Lutz Heisterbaum angesichts der neuen Planung in Roetgen, den Discounter Aldi an der Bundesstraße anzusiedeln, nachdem erst vor vier Wochen der Gemeinderat einstimmig beschlossen habe, das Unternehmen an der Faulenbruchstraße anzusiedeln.

Heisterbaum spricht von einer «enteignungsgleichen Entwertung unserer Häuser, für die wir ein Leben lang gearbeitet haben.» Das werde man nicht hinnehmen sondern kämpfen.

Am Dienstagabend hatte der Roetgener Bauausschuss mit knapper Mehrheit den Einleitungsbeschluss für die Errichtung einer Aldi-Filiale an der Bundesstraße 38-40 auf den Weg gebracht. Vor zwei Jahren wie auch heute waren ähnliche Pläne aus Gründen des Anliegerschutzes von der damals schwarz-grünen Ratsmehrheit abgelehnt worden - sehr zur Erleichterung der Anwohner der Offermannstraße, deren rückwärtige Gärten unmittelbar an das Erschließungsgebiet grenzen. 

Das Entsetzen bei den Anliegern, von denen viele die Beratungen am Dienstag verfolgten, war groß, als jetzt mit der neuen Mehrheit von SPD und UWG den Plänen zugestimmt wurde. 

«Die Befürworter waren wohl noch nie vor Ort, sondern haben immer nur auf den Plan geguckt», mutmaßt Lutz Heisterbaum, Sprecher einer kurzfristig ins Leben gerufen Anwohnerinitiative. Sein Grundstück in der Hofstraße grenzt unmittelbar an die geplante Bebauung. 

Von der Bundesstraße aus ist die Situation nicht einzuschätzen, man sieht nur bis zur Hecke, die in etwa die 40-Meter-Baugrenze markiert, ein wenig ansehnliches Grundstück. Das geplante Aldi-Gebäude mit einer Verkaufsfläche von ca. 1000 Quadratmetern soll aber auf der Wiese hinter dieser Hecke errichtet werden. Am linken Rand, entlang der Hecke zum Grundstück von Lutz Heisterbaum, und im linken Drittel der rückseitigen Grundstücksgrenze zu den Gärten der Wohnbebauung Offermannstraße, sind weitere Parkplätze vorgesehen.

Besonders hart trifft es auch Doris Schröder, die unmittelbare Nachbarin an der Bundesstraße. Haus und Garten würden von Parkplätzen geradezu «eingerahmt», die Lkw-Zufahrt zur Anlieferzone führte unmittelbar an ihrem Gartenzaun vorbei. 

Was das bedeutet, davon können die Anlieger der Offermannstraße hinter Plus/Netto ein Lied singen. Die Familien Fuhrmann, Gey und Marquardt berichten, dass in der ursprünglichen Planung versprochen worden sei, die Anlieferzonen zur Bundesstraße auszurichten, tatsächlich liege sie jetzt «genau vor den Schlafzimmerfenstern». Immer wieder habe es Probleme mit den nächtlichen Anlieferzeiten gegeben, erst seit November sei es nach jahrelangen Protesten etwas besser geworden. «Man wird wach, wenn das Piepsen der Rückfahrwarner beginnt, dann liegt man im Bett und heult vor Wut, weil bei den Entladegeräuschen an Schlaf nicht mehr zu denken ist», berichtet Marita Fuhrmann. 

«Warum lernt man nicht aus Fehlern, die hier gemacht wurden?», fragen sich die Anlieger. Auch die Bundesstraße werde noch stärker belastet, hier sei nicht einmal eine Abbiegespur, geschweige denn ein Kreisverkehr möglich, um durch einbiegende Fahrzeuge verursachte Rückstaus zu vermeiden. 

Der zentrale Versorgungsbereich, auf den sich UWG und SPD beriefen, werde auf 40 Meter Bautiefe begrenzt, somit liege das beplante Gebiet zu ca. 60 bis 70 Prozent außerhalb dieser Zone, betont Lutz Heisterbaum.

Richtfest Grundschulerweiterung

Artikel AVZ vom 15.4.2010

Roetgen. So wolkenlos wie am Donnerstag war der Himmel nicht immer

über Roetgen und auch lachte nicht immer so beständig die Sonne wie an

diesem perfekten Frühlingstag, wenn es um das Thema Erweiterung und

Sanierung der Grundschule Roetgen ging.

Am Donnerstag aber passte das Wetter, und auch die Misstöne waren

verklungen, als an der Baustelle im Ortskern Richtfest gefeiert wurde.

Außerdem, so meinte einer der Gäste, sei das Richtfest so etwas wie die

«Happy Hour» am Bau. Der mit blau-weißen Bändern geschmückte

Richtkranz wehte mangels eines Dachstuhls über dem Beton-Flachdach,

während Bürgermeister Manfred Eis und einer der eigentlich nicht

benötigten Zimmermannsleute die geleerten Schnapsgläser im ersten

Obergeschoss des Rohbaus zertrümmerten. «So schnell vergeht die

Zeit», erinnerte der Bürgermeister auf dem frisch gekehrten späteren

Schulhof daran, dass man erst vor gut einem halben Jahr Richtfest am

6,8 Millionen-Projekt gefeiert habe. Seit dieser Zeit habe es einen

sichtbaren Baufortschritt gegeben. Das jahrelange Bemühen um ein

Schulgebäude, das den Erfordernissen gerecht werde, sei von Erfolg

gekrönt worden. «Oft schieden sich heftig die Geister», erinnerte

Manfred Eis an teils erbittere Auseinandersetzungen um die

Baukonzeption, aber allen Beteiligten gemeinsam gewesen sei stets der

Wunsch nach einer «wohl überlegten Investition für die wohnortnahe

Bildung der Kinder». Eis hoffte, dass das Projekt nun zügig und im

Kostenrahmen voranschreite.  Dr. Axel Thomas, Geschäftsführer der

Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion Aachen, lobte die

Qualität der Planung und das «durchdachte Gebäude», während Dipl.-Ing.

Ulf Wimmers als Projektleiter des Architekturbüros Kada/Wittfeld die

Gestaltungsidee des Schulneubaus erläuterte. Für die beteiligten

Bauunternehmer ergriff Dipl.-Ing. Peter H. Derichs das Wort, und

erntete allgemeine Zustimmung als er feststellte, dass «Bauen eines der

letzten großen Abenteuer dieser Zeit ist.» Der extreme Winter und eine

Frostphase von Dezember bis Mitte März unterstrichen diese

Feststellung.  Vor Ort hätten die Projektleiter «ins Auge des Orkans»

geschaut, aber man habe das gemeinsame Ziel nie aus den Augen

verloren. Derichs sprach von einem «Moment magischer Freude», nicht

nur wegen der gelungenen Architektur, sondern auch deshalb, weil hier

ein Fundament für die Zukunft der Kinder geschaffen werde.  Der

stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck (Simmerath)

gratulierte der Gemeinde zum Schulbauprojekt: «Roetgen erlebt heute

einen großen Tag, wie ihn die Gemeinde vielleicht lange nicht mehr

erleben wird.» Hier entstehe ein Gebäudekomplex, der weit über

schulisches Lernen hinausgehe. «Hier wird auch tägliches Leben

stattfinden.» Durch den mit einplanten Bürgersaal sei gewährleistet,

«dass hier tägliches Leben stattfindet, und Jung und Alt

zusammengeführt werden.» Dies sei eine großartige Idee, zu der man der

Gemeinde Roetgen nur gratulieren könne. Im Anschluss wurde dann auf

dem späteren Schulhof gefeiert, und man konnte schon eine ziemlich

genaue Vorstellung davon entwickeln, wie hier bald einmal bewegtes und

buntes Leben einkehren wird.

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