Die ALDI-UWG an der Faulenbruchstr........ 
Foto Peter Stollewerk
am Eifelturm??

Roetgen: Geplanter Aldi-Standort an der Bundesstr. erregt Anwohner
Von Helga Giesen | 23.04.2010, 16:10
Roetgen. «Wir als betroffene Anwohner können nur den Kopf schütteln», schimpft Lutz Heisterbaum angesichts der neuen Planung in Roetgen, den Discounter Aldi an der Bundesstraße anzusiedeln, nachdem erst vor vier Wochen der Gemeinderat einstimmig beschlossen habe, das Unternehmen an der Faulenbruchstraße anzusiedeln.
Heisterbaum spricht von einer «enteignungsgleichen Entwertung unserer Häuser, für die wir ein Leben lang gearbeitet haben.» Das werde man nicht hinnehmen sondern kämpfen.
Am Dienstagabend hatte der Roetgener Bauausschuss mit knapper Mehrheit den Einleitungsbeschluss für die Errichtung einer Aldi-Filiale an der Bundesstraße 38-40 auf den Weg gebracht. Vor zwei Jahren wie auch heute waren ähnliche Pläne aus Gründen des Anliegerschutzes von der damals schwarz-grünen Ratsmehrheit abgelehnt worden - sehr zur Erleichterung der Anwohner der Offermannstraße, deren rückwärtige Gärten unmittelbar an das Erschließungsgebiet grenzen.
Das Entsetzen bei den Anliegern, von denen viele die Beratungen am Dienstag verfolgten, war groß, als jetzt mit der neuen Mehrheit von SPD und UWG den Plänen zugestimmt wurde.
«Die Befürworter waren wohl noch nie vor Ort, sondern haben immer nur auf den Plan geguckt», mutmaßt Lutz Heisterbaum, Sprecher einer kurzfristig ins Leben gerufen Anwohnerinitiative. Sein Grundstück in der Hofstraße grenzt unmittelbar an die geplante Bebauung.
Von der Bundesstraße aus ist die Situation nicht einzuschätzen, man sieht nur bis zur Hecke, die in etwa die 40-Meter-Baugrenze markiert, ein wenig ansehnliches Grundstück. Das geplante Aldi-Gebäude mit einer Verkaufsfläche von ca. 1000 Quadratmetern soll aber auf der Wiese hinter dieser Hecke errichtet werden. Am linken Rand, entlang der Hecke zum Grundstück von Lutz Heisterbaum, und im linken Drittel der rückseitigen Grundstücksgrenze zu den Gärten der Wohnbebauung Offermannstraße, sind weitere Parkplätze vorgesehen.
Besonders hart trifft es auch Doris Schröder, die unmittelbare Nachbarin an der Bundesstraße. Haus und Garten würden von Parkplätzen geradezu «eingerahmt», die Lkw-Zufahrt zur Anlieferzone führte unmittelbar an ihrem Gartenzaun vorbei.
Was das bedeutet, davon können die Anlieger der Offermannstraße hinter Plus/Netto ein Lied singen. Die Familien Fuhrmann, Gey und Marquardt berichten, dass in der ursprünglichen Planung versprochen worden sei, die Anlieferzonen zur Bundesstraße auszurichten, tatsächlich liege sie jetzt «genau vor den Schlafzimmerfenstern». Immer wieder habe es Probleme mit den nächtlichen Anlieferzeiten gegeben, erst seit November sei es nach jahrelangen Protesten etwas besser geworden. «Man wird wach, wenn das Piepsen der Rückfahrwarner beginnt, dann liegt man im Bett und heult vor Wut, weil bei den Entladegeräuschen an Schlaf nicht mehr zu denken ist», berichtet Marita Fuhrmann.
«Warum lernt man nicht aus Fehlern, die hier gemacht wurden?», fragen sich die Anlieger. Auch die Bundesstraße werde noch stärker belastet, hier sei nicht einmal eine Abbiegespur, geschweige denn ein Kreisverkehr möglich, um durch einbiegende Fahrzeuge verursachte Rückstaus zu vermeiden.
Der zentrale Versorgungsbereich, auf den sich UWG und SPD beriefen, werde auf 40 Meter Bautiefe begrenzt, somit liege das beplante Gebiet zu ca. 60 bis 70 Prozent außerhalb dieser Zone, betont Lutz Heisterbaum.
Richtfest Grundschulerweiterung
Artikel AVZ vom 15.4.2010
Roetgen. So wolkenlos wie am Donnerstag war der Himmel nicht immer
über Roetgen und auch lachte nicht immer so beständig die Sonne wie an
diesem perfekten Frühlingstag, wenn es um das Thema Erweiterung und
Sanierung der Grundschule Roetgen ging.
Am Donnerstag aber passte das Wetter, und auch die Misstöne waren
verklungen, als an der Baustelle im Ortskern Richtfest gefeiert wurde.
Außerdem, so meinte einer der Gäste, sei das Richtfest so etwas wie die
«Happy Hour» am Bau. Der mit blau-weißen Bändern geschmückte
Richtkranz wehte mangels eines Dachstuhls über dem Beton-Flachdach,
während Bürgermeister Manfred Eis und einer der eigentlich nicht
benötigten Zimmermannsleute die geleerten Schnapsgläser im ersten
Obergeschoss des Rohbaus zertrümmerten. «So schnell vergeht die
Zeit», erinnerte der Bürgermeister auf dem frisch gekehrten späteren
Schulhof daran, dass man erst vor gut einem halben Jahr Richtfest am
6,8 Millionen-Projekt gefeiert habe. Seit dieser Zeit habe es einen
sichtbaren Baufortschritt gegeben. Das jahrelange Bemühen um ein
Schulgebäude, das den Erfordernissen gerecht werde, sei von Erfolg
gekrönt worden. «Oft schieden sich heftig die Geister», erinnerte
Manfred Eis an teils erbittere Auseinandersetzungen um die
Baukonzeption, aber allen Beteiligten gemeinsam gewesen sei stets der
Wunsch nach einer «wohl überlegten Investition für die wohnortnahe
Bildung der Kinder». Eis hoffte, dass das Projekt nun zügig und im
Kostenrahmen voranschreite. Dr. Axel Thomas, Geschäftsführer der
Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion Aachen, lobte die
Qualität der Planung und das «durchdachte Gebäude», während Dipl.-Ing.
Ulf Wimmers als Projektleiter des Architekturbüros Kada/Wittfeld die
Gestaltungsidee des Schulneubaus erläuterte. Für die beteiligten
Bauunternehmer ergriff Dipl.-Ing. Peter H. Derichs das Wort, und
erntete allgemeine Zustimmung als er feststellte, dass «Bauen eines der
letzten großen Abenteuer dieser Zeit ist.» Der extreme Winter und eine
Frostphase von Dezember bis Mitte März unterstrichen diese
Feststellung. Vor Ort hätten die Projektleiter «ins Auge des Orkans»
geschaut, aber man habe das gemeinsame Ziel nie aus den Augen
verloren. Derichs sprach von einem «Moment magischer Freude», nicht
nur wegen der gelungenen Architektur, sondern auch deshalb, weil hier
ein Fundament für die Zukunft der Kinder geschaffen werde. Der
stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck (Simmerath)
gratulierte der Gemeinde zum Schulbauprojekt: «Roetgen erlebt heute
einen großen Tag, wie ihn die Gemeinde vielleicht lange nicht mehr
erleben wird.» Hier entstehe ein Gebäudekomplex, der weit über
schulisches Lernen hinausgehe. «Hier wird auch tägliches Leben
stattfinden.» Durch den mit einplanten Bürgersaal sei gewährleistet,
«dass hier tägliches Leben stattfindet, und Jung und Alt
zusammengeführt werden.» Dies sei eine großartige Idee, zu der man der
Gemeinde Roetgen nur gratulieren könne. Im Anschluss wurde dann auf
dem späteren Schulhof gefeiert, und man konnte schon eine ziemlich
genaue Vorstellung davon entwickeln, wie hier bald einmal bewegtes und
buntes Leben einkehren wird.
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