Münsterwald

    Beitrag vom: 07.03.2017

     

    Windräder im Münsterwald

     

    Zum Auftakt der Errichtung der Windräder im Münsterwald erklären Reiner Priggen, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW und Gisela Nacken, Vorsitzende des Kreisverbandes:

    Reiner Priggen: „Ja, endlich wurde mit den Arbeiten zur Errichtung von 7 Windkraftanlagen auf den Grundstücken der Stadt Aachen im Münsterwald begonnen. Mehr als 5 Jahre haben die Planungen gedauert. Es wurde abgewartet bis Gerichte über Einsprüche entschieden haben, aber irgendwann muss auch gehandelt werden und das geschieht nun endlich.

    Wir wissen, dass wir unsere Stromversorgung auf Erneuerbare Energien umstellen müssen. Die Verbrennung von Kohle ist ein Auslaufmodell und vor dem Hintergrund des Klimawandels unverantwortlich. Aachen war Vorreiter bei der Solarenergie und vor fast 20 Jahren auch bei der Windkraft. Viel zu lange ist zu wenig geschehen. Deswegen sind die neuen Windräder im Münsterwald die ersten neuen Windräder in Aachen nach 15 Jahren. Und dabei dürfen wir nicht stehen bleiben. Noch immer sind mehr als 95 % der Dächer in Aachen ohne Solarstromanlage und auch 18 Windräder sind für eine Stadt mit 250 000 Einwohnern zu wenig.“

    Gisela Nacken: „Ja, es müssen viele Bäume für die Windräder im Münsterwald gefällt werden, aber bei dem Projekt geht es doch um Klimaschutz. Und wenn wir dafür nichts tuen, müssen wir mit ganz anderen Verlusten an Natur und für unsere Lebensgrundlagen rechnen. Gerade heute ging es wieder durch die Medien, dass noch nie seit der Satellitenaufzeichnung im Januar so wenig Meereis gemessen wurde wie im Januar 2017. Darum geht es.

    Und Aachen war mal sehr engagiert in Sachen Klimaschutz. Die Väter und Mütter für die kostendeckende Vergütung kommen von hier (Solarenergieförderverein) und der erste Windpark mit 9 Windrädern mit einer Leistung von je 1,5, – 1,8 MW wurde schon 1999 in Vetschau begonnen. Das sind 18 Jahre her. Seitdem gibt es immer wieder Beschlüsse, die Erneuerbaren Energien bis 2020 auf einen Anteil von mindestens 30% zu bringen. Bis Ende 2013 hat es Aachen aber gerade mal auf 6,9% gebracht. Von neuen Windrädern war lange nichts zu sehen. Erst 2009/10 gingen die Planungen für neue Windkraftanlagen in Laurensberg und im Münsterwald an den Start und jetzt, Anfang 2017 beginnen die Vorbereitung zum Bau der Anlagen mit den erforderlichen Fällungen. Was ist die Alternative dazu? Weiterhin Strom aus Stein- und Braunkohle nutzen und dafür u.a. den Hambacher Forst, einen wirklich wertvollen, alten Laubwald und alte Dörfer vernichten? Nein, für mich ist das keine Alternative. Was wir brauchen ist weiteres Engagement für Erneuerbare Energie und das zum Schutz von Flora und Fauna.“

     


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